• Einladung: Treffpunkt Praxis

    Wir freuen uns, Sie auch in diesem Jahr wieder zu unserer Veranstaltung „Treffpunkt Praxis“ einladen zu dürfen.

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  • Mangelhaft: Aufbereitung von OP-Instrumenten

    Lesen Sie den ungekürzten Leserbrief von Prof. Dr. Seipp zum Artikel „Kontaminiere Medizinprodukte – Unzählige Fehlerquellen möglich“ aus dem Deutschen Ärzteblatt (Heft 46, November Oktober 2014) unter Mehr Lesen.

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  • Fortbildung: Reinräume im Krankenhaus

    In diesem Jahr möchten wir Sie herzlich zu unserer Fortbildung „Reinräume im Krankenhaus – Risikopotentiale bewerten“ einladen, die wir in den 17. Jahreskongress unserer Gesellschaft eingebettet haben.

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  • Neue DGfW-Akademie Webseite

    Die Deutsche Gesellschaft für Wundheilung und Wundbehandlung e. V. präsentiert neue Webseite der DGfW-Akademie

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Infektionsprävention und Risikominimierung:
DGfW nimmt die Herausforderungen des Gesundheitswesens an

Antibiotikaresistenzen – ein hausgemachtes Problem?

Entsprechend der „Utopie der 50er-Jahre“ sollten mittels Antibiotika zukünftig erfolgreiche Therapien gegenüber allen Infektionserkrankungen möglich sein. Aufgrund dieser Hoffnung wurde die Notwendigkeit von Prävention / Hygiene grundsätzlich in Frage gestellt und Hygieneinstitute als Ausbildungseinrichtungen geschlossen: eine fatale Fehleinschätzung, mit deren Konsequenzen wir uns heute auseinandersetzen müssen. Exzessiver und unangemessener Einsatz von Antibiotika beschleunigte das Auftreten von resistenten Bakterien wie MRSA, MRE, VRE und ESBL, die anschießend durch unzureichende Hygienemaßnahmen im Gesundheitssystem verbreitet wurden.
Die Verbreitung resistenter Bakterien nimmt zu und stellt die Medizin vor ganz neue therapeutische Herausforderungen: Geringe Therapieoptionen bis hin zur Gefahr, dass Infektionserkrankungen in sehr absehbarer Zukunft so nicht mehr therapierbar sind. Bereits heute ist die Diagnostik resistenter Bakterien aufwändig, die Therapie schwierig und kostenintensiv – unabhängig von der Patientenbelastung durch Einbußen an Lebensqualität, Allergien, verlängerte Behandlungsdauer und erhöhte Sterblichkeit.
Zur Problemlösung ist neben einem strikteren Verordnungsverhalten von Antibiotika vor allem die Eindämmung der Weiterverbreitung im stationären als auch im ambulanten Bereich notwendig. Experten schätzen, dass durch die Einhaltung von banalen Hygienemaßnahmen bis zu 30 % der Infektionen vermeidbar wären.

Hygienerichtlinien konsequent umsetzen

Werden die vom RKI definierten Hygieneanforderungen nicht eingehalten, können „Nosokomiale Infektionen“ nach Operationen, Injektionen, Infusionen oder der Behandlung mit Kathetern entstehen. Dabei sind bis zu 30 % dieser im Krankenhaus oder ambulant erworbenen Infektionen durch multiresistente Erreger verursacht.

Die Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums lassen auf jährlich 400.000 bis 600.000 Patienten schließen, die an Krankenhausinfektionen erkranken – bis zu 15.000 sterben daran. Die Infektionsgefahr wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst, wobei Menschen mit Wundheilungsstörungen / chronischen Wunden, Hochbetagte, Immunsupprimierte oder an Diabetes mellitus erkrankte Menschen in besonderem Maße gefährdet sind. Darüber hinaus ist die besonders hohe Bakterienzahl in Wunden ein erhebliches Risikopotential für die Erreger-Verbreitung.
Das Risiko für den Patienten, an einer nosokomialen Infektion zu erkranken, kann in jeder medizinischen Einrichtung durch geeignete Hygienemaßnahmen minimiert werden. Voraussetzung für eine funktionierende Infektionsprävention ist die Vermittlung wirksamer Hygienemaßnahmen, ein ausreichender Personalschlüssel der Gesundheitsberufe sowie die Erkenntnis der Notwendigkeit zur Umsetzung dieser Maßnahmen – trotz des oft hektischen Alltags. Von Investitionen in die Infektionsprävention profitiert nicht nur der einzelne Patient, sondern das gesamte Gesundheitswesen und damit die Volkswirtschaft.

Die Chance nutzen – Infektionsprävention durch strukturierte Wissensvermittlung

Mit dem am 04.08.2011 in Kraft getretenen Infektionsschutzgesetz wurde eine bessere Basis für die Infektionsprävention geschaffen. Nun gilt es die Chance zu nutzen, eine Trendwende von der klassischen Antibiotikatherapie der Erkrankungen zur Prävention von Infektionen und Minimierung der anderen Patientenrisiken in den Ablauf des klinischen Alltags zu integrieren.
Das Gesetz verpflichtet alle Bundesländer Krankenhaushygiene-Verordnungen zu erlassen und die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) wurden als „Stand der Wissenschaft“ zu gesetzlich verbindlichen Normen.

Zur Verhütung von Krankenhausinfektionen erarbeitet die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) am Robert Koch-Institut weitere Empfehlungen für medizinisches Personal auf der Basis des aktuellen Forschungsstandes. Diese enthalten auch betrieblich-organisatorische und baulich-funktionelle Maßnahmen in Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen, wobei auch Methoden zur Erkennung, Erfassung und Kontrolle von Krankenhausinfektionen dazu gehören. Diese Weiterentwicklung der KRINKO-Empfehlungen erfordert eine laufende Vermittlung des aktualisierten Wissens. Dies setzt entsprechend qualifiziertes Personal voraus, welches momentan jedoch nicht in ausreichender Anzahl zur Verfügung steht. Deshalb unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Wundheilung und Wundbehandlung e. V. die Forderung der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) für eine mindestens 3.500 Stunden umfassende Qualifizierung für „Krankenhaushygieniker“.

Weiterhin beteiligt sich die Deutsche Gesellschaft für Wundheilung und Wundbehandlung e. V. aktiv an der Qualifizierung von spezialisiertem Krankenhaushygienepersonal und ist Kooperationspartner der Technischen Hochschule Mittelhessen, welche im Wintersemester 2012/13 europaweit den ersten Bachelor- und konsekutiv einen Masterstudiengang zur „Krankenhaushygiene“ startete.

Weitere Informationen zum Studiengang Krankenhaushygiene finden Sie auf der Webseite der Technischen Hochschule Mittelhessen oder erhalten Sie von pascal.simon@kmub.thm.de (Tel. 0641-309-2571).

Darüber hinaus bietet die DGfW sowohl 40-Stunden-Kurse für Hygienebeauftragte Ärzte sowie 16-Stunden-Fortbildungstage an. Unser Qualifizierungsangebot finden Sie unter den Menüpunkten „Kurse“ und „Fortbildungen“. Alle Inhalte der Veranstaltungen entsprechen den Anforderungen der Hessischen Hygieneverordnung, des RKI sowie der DGKH.